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Mit Spezialkräften: Kampf gegen gefährliche Raupen

Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist eine kleine Nachtschmetterlingsart. Die Raupen wandern in einer Art Prozession auf dem Baum umher, daher stammt der Name. Foto: Thinkstock

Wiesbaden, 27. April 2015 – Jetzt geht er los, der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. Die kleine Nachtschmetterlingsart ist zwar nicht für Bäume gefährlich, aber für den Menschen.

Die Stadt Wiesbaden meldet: „Die Raupen dieses Schmetterlings tragen mit kleinen Haken versehene Härchen, die bei Berührung Reaktionen hervorrufen. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Kontakt lösen die Raupenhaare an Haut, Augen oder Atemwegen Juckreiz, Ausschlag und andere gesundheitliche Probleme aus, die unter Umständen bis zum allergischen Schock reichen können.“

In den vergangenen Jahren mussten wegen des Raupenbefalls sogar Freizeiteinrichtungen wie das Luft- und Sonnenbad „Unter den Eichen“ für einige Tage schließen, um die Bäume von den Nestern zu befreien. Jetzt soll vorgebeugt werden: Fachleute werden 1.500 Bäume im Stadtgebiet behandeln. Ausgewachsene Raupen und Nester werden von den Experten in Spezial-Schutzanzügen mit Industriesaugern entfernt. Gegen den Befall von Larven wird innerhalb von 14 Tagen zweimal ein für den Menschen gefahrloses Mittel auf die Bäume gespritzt.

Das „Nützlings-Präparat“, enthält Nematoden (Fadenwürmer) und bekämpft nur die Eichenprozessionsspinnerlarven. Weil die Nematoden im Präparat empfindlich auf UV- Licht reagieren, wird das Mittel in den Abendstunden zwischen 17 und 24 Uhr versprüht.

Grünflächendezernent Dr. Oliver Franz (CDU) rät: „Wenn Sie einen Larvenbefall feststellen, informieren sie die Feuerwehr unter der Telefonnummer 112. Diese sorgt für die Absperrung des betroffenen Bereichs und gibt Meldung an die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung. Wir lassen dann die erforderlichen Maßnahmen durchführen. Bitte überlassen Sie die Beseitigung in Ihrem eigenen gesundheitlichen Interesse unbedingt den Fachleuten.“ Beratung bietet auch der Umweltladen in der Luisenstraße 19.

Weitere Infos zum Eichenprozessionsspinner:

Der ausgewachsene Falter. Foto: Gyorgy Csoka, Hungary Forest Research Institute, Bugwood.org [CC BY 3.0 us (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en)], via Wikimedia Commons

Der Eichenprozessionsspinner als ausgewachsener Falter. Foto: Gyorgy Csoka, Hungary Forest Research Institute, Bugwood.org [CC BY 3.0 us (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/ us/deed.en)], via Wikimedia Commons

Ein weiblicher Falter legt etwa im August/September 30-300 Eier plattenförmig angeordnet an dünnen Zweigen im oberen Teil von Eichenkronen.

Die Eier haben einen Durchmesser von ca. 1 Millimeter. Im Ei entwickelt sich der Falter-Embryo noch im Herbst zur fertigen Jungraupe, die dann im Ei überwintert.

Aus den Eiern schlüpfen Ende April/Anfang Mai dann stark behaarte Raupen, die sich nur von den Blättern europäischer Eichenarten ernähren.

Die Raupen durchlaufen 6 Larvenstadien und werden bis zu 5 cm lang. Sie bewegen sich prozessionsartig auf dem Baum vom Sammelplatz zum Fraßort. Sammelplätze der jungen, heller gefärbten Raupen sind locker zusammengesponnene Blätter oder Zweige.

Ab dem 5. Larvenstadium ab Mitte Juni bilden die Raupen die typischen mit Kot gefüllten, bis zu fußballgroßen Gespinstnester am Baumstamm, in Astgabelungen, oder an der Unterseite starker Äste.

In den Gespinstnestern verpuppen sich die Raupen im Juli. Die Puppenruhe dauert 3-5 Wochen.

Dann schlüpfen die Falter und fliegen Ende Juli/August bis September. Sie sind unscheinbare „Motten“. Die weiblichen Falter legen bereits in der zweiten Nacht den gesamten Eivorrat ab und sterben dann.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 27. April 2015 von und getaggt mit , , , , , , .
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