MEIN WIESBADEN

Das Magazin für alle, die Wiesbaden lieben.

Wiesbadener „Club“ will Haschisch legalisieren

Eine Cannabis-Plantage. In Deutschland ist der Anbau ohne spezielle Genehmigung verboten. Foto: Thinkstock

Wiesbaden, 24. Mai 2015 – Der „Cannabis Social Club Mainz/Wiesbaden“ will Haschisch legalisieren lassen, hat dafür auch Wiesbadener Stadtpolitiker angeschrieben. Auf seiner Facebook-Seite hat der Club einen Flyer veröffentlicht, in dem die selbsternannten „Hanfaktivisten“ erklären, dass sie sich unter anderem für die „Entkriminalisierung und Legalisierung von Cannabiskonsum und -konsumenten“ einsetzen wollen. Erreichen wollen sie das durch „Demonstrationen und Gespräche mit Politikern“. Am Schluss wollen die Hanfaktivisten einen Verein gründen, in dem Mitglieder (Mindestalter 18 Jahre) Cannabis „in gewissen Mengen“ (z.B. 30 Gramm im Monat) zum Eigenkonsum anbauen können. Derzeit ist das in Deutschland aber strafbar (Paragraph 29 Betäubungsmittelgesetz, BtMG).
Im Internet geben diverse Rechtsanwälte dazu näher Auskunft, auch in Wiesbaden finden sich Fachanwälte im Betäubungsmittelstrafrecht. Ein Strafverteidiger aus Essen hat online auf seiner Internetseite mal ein paar (nicht repräsentative) Strafen bei Cannabis-Anbau aufgelistet: „- 2 Cannabispflanzen zum Eigenkonsum aufgezogen: 4 Monate Freiheitsstrafe.
– mehrere Cannabispflanzen zum Eigenverbrauch mit einer Gesamtwirkstoffsmenge von 16,95 g THC angebaut: Freiheitsstrafe von einem Jahr mit Bewährung.“
Erst am 13. Mai hatte die Polizei in einem Wiesbadener Fußball-Vereinsheim insgesamt ca. 1 kg Marihuana und 150 g Haschisch sichergestellt, vier Personen wurden festgenommen (MEIN WIESBADEN berichtete). Ärzte sagen Cannabis ist kein harmloses Genussmittel, sondern kann langfristige Schäden für die Gesundheit hervorrufen. Nicht nur die Polizei Hessen warnt vor dem Cannabis-Konsum, auch die Landesärztekammer Hessen ist strikt gegen eine leichtfertige Legalisierung: „Bereits in der Vergangenheit warnten das Präsidium und der Suchtausschuss der Landesärztekammer Hessen vor den gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums: Der Gebrauch birgt psychiatrische Risiken, die klar benannt werden müssen. So zeigt die aktuelle Studienlage, dass der Konsum in der Jugend und Pubertät unter anderem zu deutlichen kognitiven Einschränkungen führt. Betroffen sind vor allem Kurzzeitgedächtnis, Aufmerksamkeit, Reaktionszeiten und die verbale Ausdrucksfähigkeit. Auch ein höheres Risiko an einer Schizophrenie zu erkranken, wird in empirischen Forschungen mit Cannabisgebrauch in Verbindung gebracht, ebenso das Auftreten von Psychosen.“ Man darf auf die Antwort der Wiesbadener Stadtpolitiker zur Legalisierung eines „Haschisch-Vereins“ in der Stadt gespannt sein. Die Hanfaktivisten hoffen auf eine Genehmigung nach Paragraph 3 Abs. 2 Betäubungsmittelgesetz. Das wird wohl nicht klappen, denn darin heißt es: „Eine Erlaubnis für die in Anlage I bezeichneten Betäubungsmittel kann das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nur ausnahmsweise zu wissenschaftlichen oder anderen im öffentlichen Interesse liegenden Zwecken erteilen.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 24. Mai 2015 von und getaggt mit , , , , .
%d Bloggern gefällt das: