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Ab 1. Januar: Wiesbaden erhöht Hundesteuer um 84 Euro pro Hund

20151106-104446-38686218.jpgWiesbaden, 6. November 2015 – Der Magistrat hat es beschlossen: Ab 1. Januar 2016 kostet das Halten eines Hundes in Wiesbaden 180 Euro pro Jahr. Derzeit sind es 96 Euro im Jahr. Die Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung steht noch aus.

Der zuständige Stadtrat und Ordnungsdezernent Dr. Oliver Franz (CDU) erklärt: „Durch die Steuerhöhung erwarten wir Mehreinnahmen von rund 700.000 Euro. 100.000 Euro der Mehreinnahmen erhält der Tierschutzverein Wiesbaden für die Versorgung von Fundtieren und herrenlosen Tieren. Weitere 100.000 Euro werden zur Anbringung von bis zu 150 Papierkörben und einer adäquaten Anzahl von Hundekotbeutelspendern im Stadtgebiet verwendet“.

Mit der Hundesteueranpassung bleibt Wiesbaden unter den Steuerbeträgen von Mainz. Zudem werden Zweit- und Dritthunde nicht höher besteuert.
Zum Vergleich: In Mainz zahlt man für den ersten Hund 186 Euro Hundesteuer im Jahr, für den zweiten Hund und für jeden weiteren Hund je 216 Euro und für jeden gefährlichen Hund 600 Euro.
Für Wiesbaden erklärt Dezernent Franz: „Wir verzichten ganz bewusst auf eine erhöhte Besteuerung von gefährlichen Hunden, um zu verhindern, dass gefährliche Hunde verstärkt im Tierheim untergebracht werden“.

Neben der Erhöhung des Steuersatzes sieht der Satzungsentwurf zudem folgende Änderungen vor: Neu eingeführt wird eine Steuerermäßigung für besonders gut ausgebildete Hunde: Bei Nachweis einer Begleithundeprüfung nach den Richtlinien des Verbandes Deutscher Hundehalter oder einer vergleichbaren Organisation innerhalb der EU mit vergleichbaren Prüfkriterien ermäßigt sich die Steuer auf 50 Prozent. Die Ermäßigung wird auf Antrag und für die auf die Prüfung folgenden beiden Steuerjahre gewährt. „Gut ausgebildete Hunde dienen letztlich auch als Vorbild für andere Hundehalter“, so Franz weiter.

Für Hunde, die aus einem Wiesbadener Tierheim stammen, verdoppelt sich der Zeitraum der Steuerbefreiung von 12 auf 24 Monate. Die Satzung sieht wie bisher Befreiungstatbestände unter anderem für Hunde vor, die bei entsprechender Eignung blinden oder tauben Menschen dienen.

Abgeschafft werden einige nicht mehr relevante Befreiungstatbestände. So haben zum Beispiel Meldehunde seit den Weltkriegen keine Bedeutung mehr und Sanitätshunde gibt es nur noch in der Schweiz. Sollte es dennoch einen Sanitätshund geben, ist er als Rettungshund einzustufen.
Zu den Schutzhunden: Nach dem Tierschutzgesetz und auch nach der hessischen Hundeverordnung ist die Ausbildung von Hunden gegen Menschen verboten, es sei denn hierzu wurde eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Dies kann nur in begründeten Einzelfällen geschehen (im professionellen Einsatz). Für beruflich genutzte Hunde ist die Hundesteuer jedoch nicht zu erheben.

Der Nachweis eines tatsächlichen Einsatzes als Rettungshund, um in den Genuss der Steuerbefreiung zu kommen, entfällt künftig. Das Vorhalten eines solchen Hundes genügt.

Die Hundesteuer wird zum 1. Juli eines Kalenderjahres fällig. Auf Antrag kann die Steuer jeweils bis zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November eines jeden Kalenderjahres in vierteljährlichen Beträgen gezahlt werden. Der Antrag muss spätestens bis 30. September des vorangehenden Kalenderjahres gestellt werden.

Mit dem Hundesteuerbescheid für das Jahr 2016 werden auch die neuen Hundesteuermarken versandt, die wieder für fünf Jahre Gültigkeit haben.

Derzeit sind etwa 9.740 Hunde im Stadtgebiet angemeldet, davon etwa 230 von der Steuer befreite Hunde und 177 Listenhunde (gefährliche Hunde/Kampfhunde). Das derzeitige Steueraufkommen beträgt laut Stadt rund 900.000 Euro im Jahr.

Alle Infos rund um die aktuelle Hundesteuer gibt es online hier (klick).

8 Kommentare zu “Ab 1. Januar: Wiesbaden erhöht Hundesteuer um 84 Euro pro Hund

  1. ebbelwoiqueen
    6. November 2015

    Das ist wieder typisch für Wiesbaden, die Hunde dürfen nur an der Leine, die Herrchen und Frauchen zahlen Strafe wenn sie die Hinterlassenschaften ihrer Hunde nicht wegräumen, die Tütenboxen sind ständig leer und Abfalleimer für die Beutel gibt es nicht!! Aber die Hundesteuer erhöhen!

    Ruft man auf der zuständigen Behörde an, bekommt man von schnippigen Mitarnbeiterinnen gesagt, es sei gerechtfertigt, dass Rentner oder Hartzvie-Betroffene nicht befreit werden, schließlich sei es eine Luxussteuer.

    Vielleicht sollten die Mitarbeiter mal darüber nachdenken, dass sie selbst ohne Job da stünden, wenn jeder konsequent seinen Hund ins Tierheim bringen würde, der sich eine hohe Hundesteuer nicht leisten kann.

    Für viele Menschen denen es nicht gut geht ist der eigene Hund der Felsen in der Brandung, aber man könnte meinen, die Stadt Wiesbaden möchte dass es weniger Hunde gibt, daher die drastische Erhöhung.

    Ich bin gebürtige Wiesbadenerin und schäme mich für meine Stadt

  2. Lia Burk
    6. November 2015

    Die Hundesteuer gehört gänzlich abgeschafft. Hunde sind kein Luxus, sie sind Lebewesen. Viele Hunde helfen ihren Menschen durch den Tag, weil sie einsam und alleine sind. Auch bei vielen Krankheiten sind Hunde oft eine große Hilfe, z.b. bei Depressionen. Ich habe dafür kein Verständnis.

  3. Annette Braun
    6. November 2015

    Man kann nicht immer erwarten dass in unserem Lande alles im Überfluss vorhanden ist und sich als hier lebender Bürger nicht dran beteiligen wollen……..!!!!!!
    Es gibt weit dümmere, haaresträubendere Verschwendungen von Steuergeldern.

  4. Marlies Caballero
    6. November 2015

    Es gibt bestimmt viele Leute die sich das nicht mehr leisten können und demzufolge ihre Hunde aussetzen oder im Tierheim abgeben. Mir tun auch die Rentner leid die nur eine kleine Rente haben und für die ihr Hund alles ist. Diejenigen die so etwas entscheiden sollten auch einmal darüber nachdenken. Ich habe auch einen Hund, Laborbeagle ( Versuchshund ) Obwohl an diesen Hunden Versuche für die Allgemeinheit gemacht wird, muss die gleiche Steuer gezahlt werden, das finde ich auch nicht richtig !!!!!!!!!

  5. BENDER
    6. November 2015

    was passiert denn mit den restlichen 1,4 Mio Euro aus der Hundesteuer. Ob die 200 000 auch wirklich für Tierschutzverein und Hundeklos eingesetzt werden sollte man prüfen. Ebenso wäre mal interessant zu wissen wie viele Fundtiere den im Jahr aufgenommen werden um einen Realwert der 100 000 zu haben. Was hat die Hundesteuer den überhaupt für einen tieferen Sinn.
    Man muß allerdings sagen, die haben das wirklich super sozial und als allgemeinnützige Humaninstanz mit Bedingungsvorteilen verkauft. Respekt. Man sollte dieser Tage mit Steuererhöhungen, welcher Art auch immer,mehr als sensibel umgehen. Es gibt jede Menge Leute die nur auf sowas warten um Ihrer Hasshetze neuen Nährstoff zu geben. Das kann schnell als unverantwortliches Handeln dem Gemeinwohl gegenüber ausgelegt werden… über die Hundesteuer werden ausschliesslich (Minus die paar Tüten) Haushaltslöcher gestopft Ähnlich der Geschwindigkeitskontrollen durch Städte und Gemeinden die da von Privatfirmen durchgeführt werden statt der Polizei. Der Magistrat … oh man, das klingt schon wie´n … Politik, is so geil! Man kann den Leuten echt alles verkaufen wenn man es nur schön einpackt und eben nicht alles sagt.

  6. Roland Ballreich
    9. November 2015

    ich finde es nicht gut, dass mann die Hundesteuer so drastisch für Hundehalter erhöht. Wo bleibt die Besteuerung für Pferde ? Wie geht es mit den Hundebsitzern nach 2 Jahren weiter, welche die Begleitundeprüfung haben ? Wird nach 2 Jahren der erhöhte Steuersatz für den 1. Hund dann fällig ? Darüber schweigt sich die Stadt Wiesbaden aus !!! Wohin geht das zusätlich eingenommene Geld außer die 200000 € für den Tierschutz und weiternen Kotbeutelhalter im Stadtgebiet ??

  7. Rolf Stein
    9. November 2015

    Nicht schlecht, mal eben so `ne Steuererhöhing um 88%. Und dann noch mit dem schönen Argument: „Weitere 100.000 Euro werden zur Anbringung von bis zu 150 Papierkörben und einer adäquaten Anzahl von Hundekotbeutelspendern im Stadtgebiet verwendet“ Das ist ja toll, danke schön!! Da die 100.000 Euro ja jedes Jahr fließen heißt das, daß jedes Jahr in Wiesbaden 150 Neue Papierkörbe und zusätzliche Hundekotbeutelspender aufgestellt werden? Das sind in sechseinhalb Jahren 1000 zusätzliche Papierkörbe. Und erfolgt dann die nächste Hundesteuererhöhung mit dem Argument man müsse Mitarbeiter bezahlen, die die Papierkörbe leeren und die Spender auffüllen?

  8. Pingback: Update zur Hundesteuer: Zahlungsweise wählbar | MEIN WIESBADEN

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 6. November 2015 von und getaggt mit , , , , , .
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