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Mit Hilfe von Wiesbadener Polizei: Mutmaßlicher Vergewaltiger in U-Haft

20151228-152828-55708111.jpgWiesbaden, 28. Dezember 2015 – Unter Mitwirkung Wiesbadener Beamter konnte in aufwendigen Ermittlungen ein mutmaßlicher Vergewaltiger (51) festgenommen und in U-Haft gebracht werden. Der Mann soll auch mit der versuchten Vergewaltigung einer Joggerin (42) in Kiedrich im Jahr 2008 zu tun haben.
In einer gemeinsamen Presseerklärung melden das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg heute die Details wie folgt:

Ein jetzt 51-Jähriger sitzt seit Ende Oktober 2015 in Untersuchungshaft. Der Mann steht im dringenden Verdacht, Anfang des Jahres 2008 in drei Fällen Frauen vergewaltigt bzw. dies versucht zu haben. Die Kripo Aschaffenburg führt die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft. Die beiden weiteren Tatorte befinden sich in Zapfendorf im Landkreis Bamberg und in Kiedrich im Rheingau-Taunus Kreis.

Am Samstag, den 26.01.2008, war eine damals 18-Jährige gegen 16.00 Uhr im „Hübnerwald“ in Ortsrandlage von Stockstadt a.Main joggen. Dabei war die junge Frau von einem Unbekannten von hinten angegriffen und in ein Gebüsch gezerrt worden. Dort hatte sich der Mann an ihr vergangen. Danach war der Täter unerkannt mit einem Fahrrad geflüchtet. Das Opfer kam in ein Krankenhaus. Unmittelbar nach der Tat hatte die Polizei eine Großfahndung nach dem Tatverdächtigen eingeleitet. Dabei war neben zahlreichen Streifenwagen auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz gekommen.

Nachdem diese Maßnahmen nicht zur Festnahme des Unbekannten geführt hatten, fahndete die Polizei in der Öffentlichkeit mit einem Phantombild. Unter Einsatz zahlreicher Einsatzkräfte, darunter auch von der Bayerischen Bereitschaftspolizei, fanden insbesondere im Bereich des damaligen Tatorts Befragungen von Fahrradfahrern, Joggern, Spaziergängern, Waldarbeitern und Jägern statt. Außerdem waren mehr als 100 Fahndungsplakate an öffentlichen Stellen in Stockstadt angebracht worden.

Die Bilanz dieser Bemühungen war, dass aus der Bevölkerung zwar zahlreiche Hinweise eingegangen waren, aber eine entscheidende Spur weiterhin fehlte. Auch deshalb waren damals vom Bayerischen Landeskriminalamt 2000 Euro zur Aufklärung der Tat ausgelobt worden.

Umfangreich und intensiv liefen die Ermittlungen der Kripo Aschaffenburg in enger Abstimmung mit der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft parallel dazu auf Hochtouren. Dabei war es auch darum gegangen, bundesweit vergleichbare Fälle zu finden und zu studieren. Die akribische Spurensicherung der Kriminalbeamten am Tatort führte dann zu einer wichtigen Parallele. So hatten die Ermittler festgestellt, dass es zehn Tage nach der Tat in Stockstadt a.Main zu einem, was die Tatbegehung und die Beschreibung des Tatverdächtigen anbelangt, ähnlichen Fall gekommen war.

Am damaligen Faschingsdienstag, den 05.02.2008, war im Gemeindegebiet von Zapfendorf im Landkreis Bamberg eine 42-Jährige Spaziergängerin ebenfalls von einem Unbekannten vergewaltigt worden. Dass die beiden Fälle etwas miteinander zu tun haben könnten, erhärtete sich durch den Vergleich der jeweils gesicherten Spuren. Nach eingehenden Untersuchungen durch das Bayerische Landeskriminalamt und einem dabei durchgeführten DNA-Abgleich stand kurze Zeit später fest, dass die beiden Taten wohl zur Last ein und desselben Täters gehen.

Erneut waren die Strafverfolger mit den zuletzt gewonnenen Erkenntnissen auch in die Öffentlichkeit gegangen. Das Landeskriminalamt erhöhte sogar den zur Aufklärung der beiden Taten ausgelobten Betrag auf 3000 Euro. Entscheidende Hinweise waren allerdings ausgeblieben. Die bundesweiten Ermittlungen der Kripo Aschaffenburg und der Kripo Bamberg liefen weiter auf Hochtouren und so kam es, dass ein weiterer Verdachtsfall ins Visier der Fahnder geriet.

Im hessischen Kiedrich (Rheingau-Taunus-Kreis) hatte ein Unbekannter am Sonntag, den 10.02.2008, eine damals 42-jährige Joggerin tätlich angegangen und versucht zu vergewaltigen. Letztlich hatte sich die Frau erfolgreich zur Wehr setzen können und der Täter war unerkannt mit einem erbeuteten Rucksack geflüchtet.

Unter Federführung der Aschaffenburger Kripo und Staatsanwaltschaft liefen auch mit den Bamberger und Wiesbadener Kolleginnen und Kollegen eng abgestimmte Ermittlungen. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder neue Ansätze unternommen, die Fälle aufzuklären. Zu keinem Zeitpunkt legten die Beamten den Fall zu den Akten. Tatsächlich gelang es auf diese Weise, im Laufe der Jahre zumindest die Spur des Täters weiter zu verfolgen. Weitere DNA-Treffer im Bundesgebiet und auch im benachbarten Ausland spielten hier eine entscheidende Rolle. Dabei handelte es sich allerdings um sogenannte „Spur-Spur“-Treffer, die an verschiedenen Tatorten insbesondere nach Eigentumsdelikten gesichert werden konnten. „Spur-Spur“-Treffer heißt, dass diese keiner bereits erkennungsdienstlich behandelten Person zugeordnet werden konnten.

Die entscheidende Wendung nahm der Fall dann Mitte Oktober des Jahres 2015. Erstmals – knapp acht Jahre nach der Tat in Stockstadt a.Main – konnte das DNA-Profil des gesuchten Tatverdächtigen einem 51-Jährigen zugeordnet werden. Danach handelten die Fahnder sofort. Die Ermittlungen ergaben, dass die Spur des Gesuchten zwischenzeitlich nach Köln führte und dass darüber hinaus gegen den Mann in Rheinland-Pfalz aktuell wegen des Verdachts des Wohnungseinbruchdiebstahls ermittelt wurde.

Mit diesen Erkenntnissen war auf Antrag der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl gegen den 51-Jährigen erlassen worden. Der Tatverdächtige wurde schließlich am Nachmittag des 26.10.2015 in seiner Wohnung widerstandslos festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg hat zwischenzeitlich die drei Fälle wegen des Verdachts der Vergewaltigung und auch das Verfahren wegen Wohnungseinbruch-diebstahls in Rheinland-Pfalz zusammengeführt. Der Beschuldigte bestreitet bislang jede Tatbeteiligung.

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